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Einbrecher, Illustration, Buchillustration, Gestaltung, Olesja Reiser, Grafikdesign

Moin Diggis und Diggilinen,

seid ihr schon in kompletter Herbstlaune, geht aber trotzdem gerne ins BĂŒro, weil es dort wĂ€rmer ist als zu Hause? Neuerdings habe ich in meinem BĂŒro einen aufgebrochenen Aktenschrank. Mit herausgenommenen Inhalt. Der Einbrecher war ich. Hihi.

“Olesja, Olesja”, werdet ihr jetzt sagen, “denkst du wieder ĂŒber einen Berufswechsel nach?” Nein noch nicht. Als Einbrecher wĂ€re ich auch gĂ€nzlich ungeeignet, weil ich mich zu lange in den Wohnungen der Leute aufhalten wĂŒrde, da mich die Einrichtung der RĂ€ume hundertpro aufregen wĂŒrde. Ich musste meinen eigenen Schrank aufstemmen, weil ich den SchlĂŒssel verlegt habe.

Die Leute auf der Arbeit/ Ausbildung/ Studium nahmen mich stets als sehr strukturiert wahr und wunderten sich, wenn mir so “Dinge” passierten. Irgendetwas komplett nicht mehr auf dem Schirm gehabt, Hund nach einem Termin im BĂŒro vergessen… Mein Kopf ist zu voll mit Zeug, welches Gehirn produziert, und um Chaos zu vermeiden und ĂŒberhaupt arbeiten zu können, habe ich mir viele feste Strukturen geschaffen. LĂ€uft gut. Außer etwas zufĂ€lliges und komplett Unvorhergesehenes passiert und ich muss schnell handeln. Anarchie und Randale vorporgammiert. Ich weiß noch an meinem ersten Arbeitstag bin ich kurz vor einem Meeting auf die Toilette und die TĂŒr hat geklemmt.

Ich kam nicht raus, die Toilette war am Ende eines langen Flures und es waren kaum Leute im BĂŒro. Ach fuck. Klar bin ich ĂŒber die TĂŒr geklettert. Vor meinem geistigen Auge sah ich schon das Klobecken einreißen, weil ich darauf steigen musste. Die WĂ€nde der Begrenzung wĂŒrden mit mir herunterkrachen, weil die mein Gewicht nicht aushĂ€lten. Eine schöne Erinnerung fĂŒr alle an meinen ersten Tag. Es lief aber alles glatt, außer, dass ich mit einem hochroten Kopf, komplett eingestaubt und mit zerrissener Strumpfhose wieder im BĂŒro aufschlug. Seitdem Tag wussten alle meinen Namen. Cool.

Funky sidefact, ich habe zum Pandemiebeginn im Skizzenbuchstyle ein Buch gezeichnet. Über die Arbeit und den sĂ€mtlichen anderen Wahnsinn um einen herum. Liegt als Skript fĂŒr die Nachwelt auf einer Festplatte. Etwas zu tun war immer mein Weg mit einer Situation umzugehen.
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Es gibt grĂ¶ĂŸere und kleinere Vorkommnisse und jedes Mal denke ich, “Nun gut, es ist mal wieder soweit, da musst du jetzt durch.” Und so etwas passiert selbstverstĂ€ndlich nur mir, denn ein anderer Mensch, hĂ€tte anders auf die Situation reagiert. ZurĂŒck zu dem Einbruch in meinen Schank. Da war es so, dass ich unvermittelt zu einem gemeinsamen Call gerufen worden bin und selbstverstĂ€ndlich pflichtbewusst meine Sachen einschloss.

Fotografie, Layout, Olesja Reiser, Shooting, Grafikdesign
Illustration, Comicillustration, Buchillustration, Verlag, Design, Grafikdesign, Olesja Reiser, Frenchie

Vorsicht ist besser als Nachsicht. Den SchlĂŒssel habe ich anschließend (vermutlich) gegessen, denn weiß der Deibl wo er seit dem ist. Ausgerechnet an dem Tag musste ich nach der Arbeit schnell los, da ich zu einem Geburtstag eingeladen wurde. Nachdem ich vergeblich zigfach alles nach dem SchlĂŒssel durchgesucht hatte, zog ich einen Kollegen zur Seite und meinte: “Ich stehe auf Gewalt.” Er stemmte mir die Schublade auf. Jetzt weiß ich wie leicht so etwas geht und vertraue nun auch keinen AktenschrĂ€nken mehr. Ein Raum fĂŒr noch mehr Wahnsinn in meinem life.